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Willkommen am Otto-Hahn-Gymnasium Karlsruhe, dem Gymnasium mit Sprach-, NwT- und Sportprofil!

   

Was beginnt mit großer Aufregung und endet mit vielen Tränen? Ein Austausch, genau.
In diesem Fall der jährliche Italienaustausch für die 10. und 11. Klassen, in die Stadt Vicenza. Vicenza sagt euch nichts? Vicenza liegt in der Nähe von Verona, der Stadt in der „Romeo und Julia“ spielt. Immer noch nichts? Mit dem Zug ist es etwa eine Stunde bis nach Venedig. Allerdings liegt Vicenza nicht am Meer, sondern in einer Landschaft mit sanften Hügeln und Blick auf die Alpen. In echt ist es noch schöner als ich es beschreiben kann.

Unser Bus hielt direkt am Bahnhof oder besser gesagt neben einer großen Gruppe Schülern mit ihren Eltern. Wenige Minuten nach dem Öffnen der Türen hatte die Gruppe sich bereits verstreut, jeder Italiener auf dem Weg nach Hause mit einem Deutschen (oder besser gesagt, einer Deutschen. Insgesamt war nämlich nur ein Junge von unserer Seite dabei.)
So, der erste Abend in der Familie. Man muss dazu sagen, ich spreche außer „Mille Grazie“ kein Wort Italienisch. Und die Eltern weder Deutsch noch Englisch. Kommunikation wird dadurch ein Stück weit erschwert. Mein Austauschpartner und seine Schwester haben zum Glück sehr viel übersetzen können. Sonst hätte ich alles vortanzen müssen, wie das Ausgesehen hätte, möchte ich eigentlich gar nicht wissen.
In den meisten anderen Familien wird das Kommunizieren ähnlich verlaufen sein. Unabhängig davon, ob man eine gemeinsame Sprache hatte oder nicht, die Gastfreundschaft war außerordentlich groß. OH und das Essen. Selten habe ich jeden Tag so gut gegessen. Das Beste, an das ich mich erinnern kann? Penne mit in Knoblauch gedünsteten Zucchini und kleine Shrimps. Himmlisch. Vom Kaffee fange ich gar nicht erst an.
Genug vom Essen, unser Ausflug nach Venedig steht an. Am Vortag hatten wir Schule gehabt, aber ohne jegliche Italienischkenntnisse kann ich zu der Schule eigentlich nur sagen, dass der Boden ein recht hübsches Mosaikmuster hatte und die Räume angenehm hoch waren.
Wobei, der Unterricht schien lockerer als in Deutschland sein, die Schüler haben im Unterricht mehr geredet, vielleicht auch ein bisschen lauter als hier. Was es noch zu sagen gibt? Dafür müsst ihr selbst nach Vicenza gehen.

Zurück zu Venedig, der Stadt auf dem Wasser. Venedig besteht aus unzähligen schmalen Gassen, verzweigten Kanälen, Milliarden Brücken und Horden von japanisch/chinesischen Touristen. Ein Traum.

Unser Führer, Beppe, gab uns eine kleine Stadtführung durch das ehemalige jüdische Ghetto (googelt es, wenn ihr mehr wissen wollt, der Platz reicht hier nicht aus ;) und über den Markusplatz (der Hotspot für Touristen aus Asien) Was soll ich sagen? Venedig ist eine der schönsten Städte, die ich kenne – ein Ausflug lohnt sich immer.
Ein Teil unserer Stadtführung war der Besuch einer hochgelegenen Terasse, mit Blick auf den Canale Grande und die ockerfarbenen Dächer Venedigs.
Insgesamt hatten wir sicher drei oder vier Stunden Freizeit, genügend Zeit, um durch die Stadt zu schlendern, sich zu verlaufen, Souvenirs kaufen oder ein bisschen shoppen zu gehen.

Das Wochenende haben wir mit unseren italienischen Familien verbracht. Ein paar haben einen Tagesausflug nach Verona gemacht, einige sind zu einem See gefahren oder in das Städtchen Marostica. Samstagabend gab es die obligatorische Party ohne Lehrer…
Vielleicht sollt ich noch den Ausflug nach Padova erwähnen. Padova ist eine Universitätsstadt, wahrscheinlich haben wir deshalb die Universität Bo besichtigt, in der schon Galileo Galilei gelehrt hat. Zudem ist sie nach Bologna die zweitälteste Uni in Italien, die erste Frau, die promivierte, hat hier studiert und seit Jahrhunderten wird hier Medizin studiert und Leichen seziert. Für das Leichen sezieren gab es extra ein Art kleines Amphitheater, damit möglichst viele Studenten zusehen, lernen und in Ohnmacht fallen können. Pro Jahr konnten man damals zwei Leichen sezieren. Das erste Fenster wurde in dem speziellen Raum um 1800 geöffnet.
Ziemlich bekannt in der Region um Venedig ist auch die Cappella degli Scrovegni. Eine Kapelle mit Fresken von einem Künstler namens Giotto. Die gesamte Decke hat Giotto als einen Sternenhimmel gemalt, mit einem so kräftigen, leuchtenden blau, dass man gerne glauben möchte, dass im Paradies der Himmel dieselbe Farbe hat.
Der Abschlussabend war schön und traurig zugleich. Wir sind in einer Pizzeria auf dem Hügel Monte Berico essen gegangen und haben versucht den letzten Abend so lange wie möglich auszudehnen. Ich glaube, der am meisten wiederholte Satz war folgender: „Ich möchte noch eine Woche bleiben.“
Ist es da noch ein Wunder, dass bei der Verabschiedung am nächsten Morgen die Tränen flossen?
Italien war schön, sehr schön. Eine kurze Woche Urlaub inmitten der Schulzeit. Ob es sich gelohnt? Ja. Dieser Austausch hat sich gelohnt.
An dieser Stelle noch ein Dankeschön an die Italienischen Lehrerinnen, sowie Frau Seeber und Herr Schopper, die den ganzen Austausch möglich gemacht haben. Noch einmal Danke an unsere deutschen Lehrer, für das Programm in Deutschland, zu dem unter anderem ein jeweils ein Tag in Strasbourg und Heidelberg gehörte, ein Besuch im ZKM und einem wunderbaren Abschiedsabend in einem kleinen Lokal.

Ein weiteres Dankeschön geht an Beppe, für seine interessanten und lehrreichen Führungen in Vicenza, Venedig und Padova. Und als allerletztes ein Danke an die Eltern, die eine Woche lang Italienische oder Deutsche Schüler aufgenommen haben.
Vielen, vielen Dank!

R. Cremer (10c)

 
   
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