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Willkommen am Otto-Hahn-Gymnasium Karlsruhe, dem Gymnasium mit Sprach-, NwT- und Sportprofil!

   

„Jetzt isser weg – das war der letzte...“ stellt eine Mutter schulterzuckend fest und bezahlt den OHG-Turnbeutel mit Airbrush-Sternen-Design. Ich schätze mal Airbrush – viel Zeit zum Gucken hatte ich nicht, bevor sie ihn mir vor der Nase weggeschnappt hat.

Die Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse sind begeistert, denn es ist Adventsbasar und um halb sechs ist der erste ihrer Artikel ausverkauft. Frustriert und amüsiert tröste ich mich an den reich gedeckten Fingerfoodbuffets der 6. Klassen. Bei herzhaften und süßen Snacks und Köstlichkeiten aus aller Welt mit und vor allem ohne Fleisch bleiben keine Wünsche offen. Leider, denn es hätte auch noch Hot Dogs, Sandwiches und Waffeln gegeben... Mit Getränken versorgt die Gäste das Eine-Welt-Ressort – mit einladenden Preisen wie auch an den Essensständen. Wäre ich nicht mit dem Auto da, würde ich mich jetzt mit einem „Sektchen“ zu einem der Stehtische mit den leckeren Knabbereien dazugesellen. Oder doch lieber Glühwein? Ich genehmige mir einen Kinderpunsch und suche mir ein Plätzchen (zum Sitzen ;-) an einem der gut gefüllten Tische im Atrium, weil ich von dort den 5er Chor besser sehen kann. Unser Schülersprecher-Team kündigt nämlich gerade den nächsten Programmpunkt an und wieder einmal bin ich beeindruckt, wie ausgerechnet der „Junior“ eine Stimme hat, die mich klar und deutlich in der letzten Reihe erreicht.

Deren gesungener Aufforderung „Ihr Kinderlein kommet“ sind an diesem Abend viele gefolgt. Die Geschwisterkinder der 5er und 6er lassen sich von Mama und Papa Limo und Mini-Pizzas kaufen. Die Verwandten und Freunde decken sich mit kreativen Deko-Artikeln und fantasievollen Geschenk-Ideen ein. Viele von ihnen haben zu Hause gekocht und gebacken, oder in der Schule gebastelt und gestaltet. An einem oder sogar zwei Nachmittagen waren sie da, haben Draht gebogen, Zement gegossen oder Bücherwürmer gehäkelt. Die passenden Weihnachtskarten gibt es überall dazu. Was ich an einem der Stände spontan für etwas missglücktes Müsli halte entpuppt sich als Upcycling-Idee der besonderen Art: in der mit Vogelfutter gefüllten Kaffeetasse steht nicht etwa der Löffel, sondern ein Ast, damit unsere gefiederten Mit-Welt-Bewohnern draußen sozusagen am gedeckten Tisch Platz nehmen können.
Plötzlich bildet sich vor dem Schwarzen Brett eine Traube und es blitzt Rot und Weiß durch die Menge: der Nikolaus ist gekommen, denn in diesem Jahr fällt der erste Donnerstag im Dezember auf den 6.12. Ein moderner, aufgeklärter Nikolaus verteilt Päckchen an die ihn umringenden Kinder und fragt nicht, ob sie auch brav waren. Als ich mich umsehe, denke ich, ich steh' im Wald, denn überall sprießen Zieharmonika-Tannenbäume aus Birkenholzscheiben: auf den Tischen, in jeder Ecke, auf jedem Gang und bei näherer Inspektion hat sich diese schöne Bastel-Idee sogar auf die Regale im Lehrerzimmer ausgebreitet – denn natürlich gehören wir Kolleginnen und Kollegen zu unsere besten Kunden.
Als die ersten Nachwuchsverkaufstalente sich mit ihren Bauchläden auf den Weg machen und die Preise anfangen zu purzeln, inspiziere ich den Eine-Welt-Stand. Kunstvolle Schals und praktische Etuis leuchten in herrlichen Farben neben putzigen Figuren und kleinen Spielzeugen. Nepal-Wolle hält nicht nur als Mütze die Kälte ab, sondern als Design-Topf-Untersetzer auch die Hitze. Vom Erlös unterstützt die SMV die Familien in der Umgebung „unseres“ Kinderdorfs in Nepal. Irgendwann werden die letzten Schutzengel eingesammelt und die übrigen Leckerbissen für's gemeinsame Frühstück am nächsten Tag eingepackt. Bei der 6c kommt beim Kassensturz so viel zusammen, dass sie Herrn Hermann für die Kindertagesstätte BomRetiro in Rio de Janeiro 50€ überreichen können – denn jedes Jahr gehen 20% der Einnahmen der Klassen an diesen guten Zweck. Das ist in diesem Jahr wichtiger denn je, da uns kürzlich die schlechte Nachricht erreichte, dass nach Wahlen in Brasilien Gelder für soziale Einrichtungen massiv gekürzt wurden.

Im Namen der Schule möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken bei allen, die zum Gelingen dieses Festes beigetragen haben! Danke an alle, die gebastelt und gebacken, auf- und abgebaut, beworben und verkauft, organisiert und moderiert, beleuchtet und beschallt, beaufsichtigt und betreut haben! Ein dickes Dankeschön an Frau Löffler und ihren Chor, an das Hausmeister-Ehepaar Herrn und Frau Valentic sowie an das neue Verbindungslehrer-Team Frau Schneider, Frau Matthiesen und Herrn Bichelhuber. Ein vorweihnachtliches HOHOHO an den Weihnachtsmann und danke für's „Vorbeischneien“.

Schön, dass Sie da waren oder sich jetzt fest vorgenommen haben, im nächsten Jahr (endlich mal/ wieder) zu kommen: selbe Zeit, selber Ort – und im Jubiläumsjahr 2019 mit Sicherheit besonders ansprechend und festlich. Damit es wieder heißen kann „Oh du fröhliche...“.

S. Guttmann      (12/2018)
 

   
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