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- Ökumenischer Projekttag der KSt 2 am 28.01.2019

GG der Bundesrepublik Deutschland - Präambel:

Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt,
als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen,
hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.“ 
 
Das Bundesverfassungsgericht - als Gericht und Verfassungsorgan zugleich (darum mit zwei Senaten eingerichtet) - wacht  über unser Grundgesetz. An unserer ersten Station wurden wir herzlich vom ehemaligen Richter am BVerfG, Herrn Dr. Schluckebier, empfangen. Nach gründlicher Sicherheitskontrolle erwarteten uns interessante Einblicke in Funktion, Arbeitsweise, Struktur, Geschichte und Architektur des BVerfG. Auch dezidiertere Einblicke in Urteile des BVerfG fehlten nicht, wie z. B. in die Begründung des sog. „Sonntagsurteils“. Herr Licht vom Bildungszentrum Karlsruhe klärte uns auf über das seit 2007 gegründete und ökumenisch getragene Foyer Kirche und Recht, in dem es um einen kultivierten Austausch zwischen den Schnittstellen Recht, Philosophie, Theologie und Sozialwissenschaften geht. Foyerarbeit also, die die Herausforderungen einer pluralen Gesellschaft in einer freiheitlich demokratischen Grundordnung diskutiert.
Lebendige Verbundenheit über Grenzen hinaus
Im ehemaligen Eisenbahnerviertel der Südstadt liegt unsere zweite Anlaufstation, die katholische Kirche "Unsere liebe Frau", von Freunden kurz „ULF“ genannt. Seit ihrer Gründung pflegt diese Kirchengemeinde ein ausgesprochen lebendiges und solidarisches Miteinander. Die verschiedenen Alters- und Sozialgruppen zeigen hohes Engagement und fördern die starke Eigenverantwortung. Intensive Kontaktpflege zu weggezogenen Senioren ins nahegelegene Alten- und Pflegezentrum St. Anna, zum Canisiushausverein mit der angegliederten KiTa, eine bunte Angebotspalette im Canisiushaus sowie bewusstseinsfördernde Maßnahmen zur Bewahrung der Schöpfung durch alternative Techniken und Altpapier-Sammlungen sind hier Selbstverständlichkeit geworden.
 
„Das Projekt Vesperkirche ist ein Stück gelebte Nächstenliebe.
Sich zu kümmern und für andere zu sorgen,
das ist der erste Schritt vom Ich zum Wir
und damit ein Gewinn für uns alle.“
(Dr. Frank Mentrup, Oberbürgermeister, Grußwort 2019)

Der Obdachlose in der Fußgängerzone – er gehört nicht mehr dazu. Der Suchtmittelabhängige, der sich versteckt in Anlagen unserer Stadt aufhält, der Langzeitarbeitslose, der sich immer mehr zurückzieht – auch sie gehören nicht mehr zu uns. Die Rentnerin, die vereinsamt zu Hause sitzt, der pflegebedürftige Willy, dessen einziger Kontakt das wechselnde Pflegedienstpersonal ist. Die Schülerin, die uncoole Kleidung trägt und Hunger hat oder sich über den gespendeten Apfelkuchen freut: Sie sind Menschen am Rande der Gesellschaft. ARMUT hat viele Facetten – viele Gründe – viele Spielarten – trifft unterschiedliche Altersstufen. Auch viele Karlsruherinnen und Karlsruher sind betroffen – sind arm. Arm, weil sie von der Mitte an den Rand gedrängt werden. Trennungen, Arbeitslosigkeit, Verrentung, Altersarmut, Kinderarmut, Überschuldung, seelische und körperliche Beeinträchtigung, Straffälligkeit und Obdachlosigkeit, Krankheit oder Suchtmittelabhängigkeit – all dies kann dazu führen, dass Menschen aus der Mitte unserer Gesellschaft herausfallen und nicht mehr an den alltäglichen Dingen teilhaben. Sie fühlen sich ausgegrenzt und werden oft auch isoliert.

Gemeinde sein über all diese Grenzen hinaus – das erleben wir an unserer dritten Station, der evangelischen Vesperkirche. Sie geht zurück auf eine Initiative von 2014, die seitdem in der Johanniskirche am Werderplatz voller Engagement als Antwort gesellschaftlicher und sozialer Schieflagen in der kältesten Jahreszeit für 4 Wochen umgesetzt wird. Ansteckend schön, dass Christinnen und Christen unserer Stadt an dieser Stelle verantwortlichen Glauben praktizieren und auch über den Glauben hinaus Menschen mit ins Boot holen. Mitmachen kann jede und jeder durch unterstützendes Engagement, Sach- und Geldspenden und/oder einfaches Dasein. Auch manche Karlsruher Schülerinnen und Schüler engagieren sich hier tatkräftig –im Sozialpraktikum oder ganz einfach aus Überzeugung. 

U. Schadt / H. Winckelmann

 

 
   
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