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Willkommen am OHG Karlsruhe, dem Gymnasium mit Sprach-, NwT- und Sportprofil!

   

Die Aula ist an diesem Abend wie verwandelt. Aus dem großen Pausenraum ist eine kleine Kunsthalle geworden und wenn an normalen Tagen allmählich abgeschlossen wird, trudeln an diesem Tag nach und nach immer mehr Gäste ein.

Auf weißen Säulen fallen dem Besucher zuerst die Modelle ins Auge: fantasievolle Häuser, zu denen man sich leicht eine blaue Bucht dazudenken kann, schlichte Kapellen am vorgestellten Bergeshang und abstrakte Gebäude, die eines jeden Vorstellungskraft herausfordern. Einen intensiv-farbigen Kontrast dazu bilden die Detailbilder in Acryl auf Pappe. Quadratisch harmonisch thront an diesem Abend ein jedes auf seiner Holzstaffelei oder schwebt scheinbar schwerelos vor dem schwarzen Samtvorhang. Einige Arbeiten aus dem diesjährigen praktischen Abitur sind hinter Glas zu bewundern: ein Selbstporträt im Spiegel inmitten von Malutensilien war in fünf Stunden anzufertigen. Öffnet sich dem staunenden Betrachter im Vorbeigehen zufällig die Türe zum dahinter gelegenen Bühnenraum, präsentiert sich ihm dort im Dunkel Erstaunliches: Eine Licht-Inszenierung. Modelle von Architekturfragmenten, filigrane abstrakte Gebilde auf hohen Stelen, einfache Räume mit raffinierten Fenstern und Lichtspalten, ein jedes besonders beleuchtet, schaffen Atmosphäre und verzaubern die „Dunkelkammer“ in ein Sternenmeer.

Bevor die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit haben, die mannigfaltigen Selbstporträts zu bewundern, die an unsichtbaren Fäden von der Decke hängen, ergreift Schulleiter Dr. Ramin das Wort und stellt die weiteren Neuerungen der Ausstellung im Jubiläumsjahr vor. Als Auftakt zur Eröffnung präsentiert zum ersten Mal der Kurs „Literatur und Theater“ unter Leitung von Herrn Kuntz ein kleines Stück: passend zu den Schwerpunktthemen des Kunst-Kurses ein Medley aus den Schwerpunktthemen der Deutschkurse. Klar zu erkennen ist Faust, der sich zu seiner Unwissenheit bekennt: „Da steh' ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor.“ Schön anzusehen (auch wenn man sich an den Text nicht mehr genau erinnert) ist die „Francaise“, der Tanz der Maskierten im „Magischen Theater“ aus Hermann Hesses „Steppenwolf“, vor dem im Text gewarnt wird: „Vorsicht: – nur für Verrückte – Eintritt kostet den Verstand“. Dazwischen stehen Elemente aus E.T.A Hoffmanns „Der goldene Topf“.

Doch damit nicht genug. Einige Schülerinnen und Schüler des Literatur- und Theaterkurses haben selbst gedichtet und tragen die eigenen Werke vor. Die Texte sind als Poster außen an den Säulen angebracht und können am Abend auch käuflich erworben werden.

Und die letzte Neuerung? Wo sonst der ganze Zauber wie bei Cinderella um Mitternacht verflogen war und alle Bilder wieder abgehängt werden mussten, bleibt in diesem Jahr die Ausstellung noch zwei Tage zu sehen. Im vollen Schulbetrieb. In den Pausen flanieren die Schülerinnen und Schüler einzeln und in Grüppchen andächtig, staunend und zeigend durch die Reihen der Exponate und die Oberstufe übernimmt an diesen Tagen die Aufsicht. Während der Förderstunde kommt die 6c in Kleingruppen zum Schauen und Frau Kuhnert-Stübes Klasse sitzt verteilt zwischen den Exponaten und fertigt Zeichnungen von den Modellen an.

Ein kleines Highlight am Abend ist die Rede von Laura Varma (K2), die sich für die Ausbildung und Unterstützung bedankt, die sie und ihre Mitschülerinnen und -schüler am OHG erhalten haben: in der Oberstufe und auch in ihrer gesamten Schulzeit. Als sie zu ihrer Pointe anhebt: „Wir werden älter, Sie werden älter...“ entsteht kurz ein irritiertes Raunen im Saal. Sie merkt es, muss lachen und beschwichtigt alle: „Moment, die Pointe kommt noch! Wir werden älter, Sie werden älter – so wie der Wein, den wir für Frau Zwirner und Herrn Kuntz besorgt haben!“ Ah, na dann: der wird beim Altern ja schließlich (auch) immer besser.

gw 06/2019     Fotos: A. Ramin
 

 
   
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