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Nur ganz leicht schief singt die Ehefrau des Hausmeisters in ihr Besenstiel-Mikro: „Atemlos, durch die Nacht...“ – nein, nicht Frau Valentic: Frau Boxleitner, eine der Nebenfiguren aus der Kriminalkomödie „Es war die Nachtigall und nicht die Leiche!“ von Christine Steinwasser, aufgeführt von der Theater-AG des Otto-Hahn-Gymnasiums am 26. und 27. Juni.

 Und tatsächlich führt das Stück selbst erfahrenes Krimi-Publikum bis zuletzt an der Nase herum. Ein Witz jagt den nächsten und jeder hat was mit jedem – entweder Streit oder eine Affäre: da verliert man vor lauter Motiven, Mitteln und Gelegenheiten schon mal den Überblick.

Die Laienspielgruppe soll in der Mehrzweckhalle in Obermutzelhausen proben und das Hausmeisterehepaar ist genervt vom sprichwörtlichen „Theater“ der mehr oder weniger divenhaften alten und neuen Schauspieler und Schauspielerinnen. Die Bürgermeisterin hat mit – wie sich herausstellt „bösen“ Tricks – eine 'Koriphäe' angeheuert. Ganz ehrlich: Kennen Sie den Unterschied zwischen einer 'Koriphäe' und einer 'Konifere'? Ja? Das können nicht alle Obermutzelhausener von sich behaupten. Wie das klingt, als sie versuchen, Shakespeares „Romeo und Julia“ im englischen Original zu spielen, kann man sich ausmalen. Bezeichnenderweise sterben aber Daniela Hillgärtner (gespielt von K. Erhan, 9c, am ersten und L. Peters, 5d, am zweiten Abend) – die den Unterschied kannte – und K. Hemmke (K. Nürnberger, 9c / A. Altinkaya, 7c) – die ihn nicht kannte, nur wenige Stunden nacheinander einen mysteriösen Tod abseits der Bühne.

Die Schauspieltruppe des OHG setzt ihre beiden Jungs für die Rolle des Romeo ein: für den, der die Rolle bekommt (weil er was mit der Bürgermeisterin hatte) und für den, der sie eigentlich hätte bekommen sollen (weil er spielen kann). G. Weiß, 5e, spielt den brummigen Hausmeister Jeff Boxleitner, der seine Frau erst als „Wischmopp“ bezeichnet und sich dann (scheinbar) wundert, dass sie beleidigt ist: so überzeugend, dass das Publikum teilweise bis zum Schluss nicht merkt, dass hier ein Mädchen einen Mann spielt. Auch A. Sadowski, 6c, und H. Bulut, 9c, überzeugen (als erste und zweite Besetzung) in ihrer Rolle als egozentrischer Regisseur. Die Ermittlungen leitet S. Salih, 9c, alias Herta Hinrichter – die im Stück ordentlich Spott für ihren sprechenden Namen erntet. Die Lacher auf seiner Seite hat A. Wisner, 6c, alias Christian Bäcker, denn was auch immer die Ermittlerin fragt, lautet die Antwort, dass der Dorf-Romeo mit der auch eine Affäre hatte. So zieht am Ende die tatsächliche Diva Sylvana Hunt (gespielt von J. Rhein, 6c) frustriert ab – glücklich nur, dass sie sich bloß beinahe mit ihm eingelassen hat. Und verpasst damit – wie (fast) alle anderen, die eigentliche Auflösung des Falls.

Fast neun Monate Proben werden an den beiden Abenden mit viel Applaus belohnt. Die beiden Regisseurinnen der Theater-AG, Fabienne Strobel und Dorothea Bair, sind zufrieden: mit der Leistung der Schülerinnen und Schüler auf und hinter der Bühne und mit der Unterstützung von Schulleitung und Kollegium. Aber noch ist Luft nach oben. Wenn Frau Bair sich was wünschen dürfte, dann wäre das ein Theater-Keller, erklärt sie: nie läuft jemand beim Proben durch und es ist immer schön kühl. Träumen darf man.

S. Guttmann      07/2019

   
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