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= "50 Jahre - 50 Orte"-Feier von "Jugend trainiert für Olympia" am OHG

Salto, Flic Flac, Schraube, Rad – so weit reicht mein Vokabular. Dann bin ich bei der Vorführung der Kunstturnerinnen in der Aula des OHG zum 50jährigen Bestehen von „Jugend trainiert für Olympia“ einfach sprachlos. Die doppelte Geburtstagsfeier des weltweit größten Schulwettbewerbs und des OHG als einem der treuesten Teilnehmer hat die geballte Sportprominenz in unsere bescheidenen Hallen bzw. die Aula gelockt: den Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Alfons Hörmann, der gestern noch im Fernsehen bei der „Sportreportage“ zu sehen war, Elvira Menzer-Haasis, die frisch wiedergewählte Präsidentin des Landessportverbandes Baden-Württemberg und Wolfgang Eitel vom Badischen Sportbund, um nur einige zu nennen.

Kaum zu glauben ist da, was Schulleiter Ramin in seinem Grußwort berichtet: Dass die Erfolgsgeschichte des JtfO tatsächlich nach 47 Jahren Erfolgsgeschichte beinahe wegen einer möglichen Einsparsumme von gerade einmal 1,5 Millionen ad acta gelegt worden wäre! Sein besonderer Dank galt deshalb bei dieser Gelegenheit dem Referatsleiter des Ministerium für Kultus, Jugend und Sport (KJS) Michael Schreiner, der das Land Baden-Württemberg damals beim Kampf um den Erhalt von „Jugend trainiert“ vehement unterstützt hat.
Während der letzten Grußworte des Schulleiters legen die Judoka ihre Kampfanzüge an und bei der folgenden atemberaubenden Show müssten auch die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Politik auf ihre Kosten gekommen sein: Ingo Wellenreuter (MdB und Präsident des KSC), die Gemeinderatsmitglieder Renate Rastätter und Clemens Cremer von den Grünen, Dr. Rahsan Dogan und Detlef Hofmann von der CDU und Thomas Hock von der FDP. Während die ersten Würfe der Judoka fast tänzerisch daherkommen, knallt es bei den Schwarzgürteln ganz gewaltig – aber nur im Publikum hört man „Oh!“ und „Au!“. Beeindruckend die Zeitlupe, in der die Gegner nicht nur über den eigenen Körper hinweg-, sondern auch wieder in ihre ursprüngliche Position zurück „geworfen“ werden. Mit Break-Dance-Moves legt sich ein Judoka hinter den anderen und wer hinten in der Reihe steht, muss weit springen, bevor er oder sie über alle anderen hinweg abrollen kann.

Bürgermeister Martin Lenz, seinerseits Präsident des Badischen Sportbundes, gesteht in seinem Grußwort, dass er bei so viel Wertschätzung für Bildung und Sport Gänsehaut bekommt. DOSB-Präsident Hörmann zeigt sich in seiner Ansprache beeindruckt von der Kulisse: herausragende Sportlerinnen und Sportler wie Olympiasieger Detlef Hoffmann, Handball-Nationalspieler Patrick Groetzki, Olympiateilnehmerinnen Sabine Kusterer (Gewichtheben) und Pauline „Pauli“ Tratz (Gerätturnen) oder Karlsruhes Sportlerin des Jahres Leah Grießer (Gerätturnen) nehmen sich Zeit, den jungen Leistungssportlerinnen und -sportlern Vorbild zu sein.

Und davon hat das OHG viele: Schulleiter Ramin scherzt, wenn er die Zahl der eingeladenen Schülerinnen und -schüler nicht auf die JtfO-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer des letzten Jahres begrenzt hätte, wäre der Brandschutz gekommen und hätte uns die Aula wegen Überfüllung geschlossen. „Die 204 olympischen Kommittees weltweit beneiden uns um diese Art der Nachwuchsförderung“, weiß der DOSB-Präsident zu berichten. Was ist das Erfolgsrezept von jungen Menschen, die wie Angela Förster neben ihrer sportlichen Laufbahn ein tadelloses Abitur hingelegt haben? Hörmann bringt es auf den Punkt. „Viel Freude beim Tun, dann kommt der Erfolg von alleine!“
Dafür, dass den Sportlern auch finanziell nicht die Puste ausgeht sorgt seit Jahr und Tag die Sparkasse als einer der größten nicht-staatlichen Sportförderer in Deutschland. Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Karlsruhe Michael Huber bedankt sich seinerseits bei Herrn Ramin für dessen ehrenamtliches Engagement als Beirat der Jugendstiftung. Und was treibt die Sparkasse an, so viel Geld in den Sport zu investieren? „Die Freude bei der Förderung junger Menschen in Momenten sportlichen Erfolgs“, erklärt Huber.
Da fragt der Schulleiter ganz unschuldig ins Publikum: „Na, wer war denn von euch schon mal bei 'Jugend trainiert'?“ Springt einer auf und ruft: „Ich“ – springen alle auf und rufen wie aus einem Munde: „Ich auch!“ Und dann ist die Aula plötzlich ein Trainingslager mit Basketballkörben neben Hürdenläufern, Turnern zwischen Tennisspielern, Bandgymnastik hinter Fußballakrobatik und Tischtennisplatten vor Schwimmern – die sich zusammen mit den Judoka unter Leitung von Sportlehrerin Bärbel Kempf zu einem Tanz zusammenfinden: Die 20 „Jugend-trainiert“-Mannschaften des OHG erscheinen in einem großen Rundum-Panorama. Nach einer Präsentation der sportlichen Highlights rundet die Tanz-AG das Programm ab. Geleitet wird sie von Peter Rupp und „Let's Dance“-Star Marta Arndt – ihrerseits ehemalige OHG-Schülerin und Weltmeisterin in den Lateinamerikanischen Tänzen.

Eine sehr anrührende Szene spielt sich bei den Danksagungen vor der Verleihung der Fairness-Preise ab. Sabine Kusterer ist inzwischen über den Sport hinaus tätig, unter anderem als Botschafterin für das Sybelcentrum, einer Karlsruher Jugendhilfeeinrichtung und deren Projekt „Keine kalten Füße“.

Die diesjährigen Abiturientinnen und Abiturienten haben beschlossen, das „Restgeld“ ihrer Abi-Veranstaltungen zu spenden und haben zusammen mit den Schülerinnen der Projekt AG, die ihren Verkaufserlös vom Schulfest ebenfalls spenden wollen, sich dafür Kusterers Projekt ausgesucht. Wie sonst der Sparkassenchef steht bei dieser Gelegenheit die Abiturientin und letztjährige Elite-Schülerin des Jahres Pia Sarnes mit dem großen Scheck auf der Bühne: 500 Euro. Kusterer ist gerührt: „Es ist das erste Mal, dass ich als Sportlerin merke, was ich auch über den Sport hinaus noch alles auf die Beine stellen kann!“ Diese Aussage wiederum bewegt Alfons Hörmann derart, dass er entgegen seiner Gewohnheit – wie er betont – ein zweites Mal das Mikrofon ergreift und spontan verkündet, den Betrag zu verdoppeln. Das erntet Applaus. So haben die Nachwuchstalente bei der doppelten Geburtstagsfeier gleich doppelt Wirkung gezeigt und das über ihren Sport hinaus für faire Bildungschancen für alle Kinder und Jugendliche in Karlsruhe.

gw      07/2019     Fotos: B. Metzger; N. Saam

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