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Willkommen am OHG Karlsruhe, dem Gymnasium mit Sprach-, NwT- und Sportprofil!

   

Weder Herr Schadt noch Herr Anger tragen einen Hut, als sie die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrerinnen und Lehrern zum Schuljahresschlussgottesdienst begrüßen, denn das ist in christlichen Kirchen nicht üblich: aus Respekt vor Gott nehmen Männer ihre Kopfbedeckung ab.

Männer jüdischen Glaubens dagegen bedecken aus Respekt vor Gott ihren Kopf, darauf macht Herr Schadt im Verlauf des Gottesdienstes aufmerksam und so liegt eine Kippa neben einigen anderen Kopfbedeckungen auf dem Altar der Emmauskirche. „Von Gott behütet“ zu sein, hoffen beide, Juden wie Christen, und an diesem Tag alle anwesenden OHGler.

Nochmal eine kurze Auszeit nehmen, um das Schuljahr revue passieren zu lassen, Gott in Worten und Liedern zu danken dafür, dass er uns im zu Ende gehenden Schuljahr begleitet hat, Sorgen und Ängste vor Gott zu tragen im Vertrauen darauf, dass er sie mit uns trägt, und Jesu Botschaft von Gottes Liebe und Zuwendung zu uns Menschen zu hören, das verbindet Jugendliche und Erwachsene, die an diesem Morgen zum Gottesdienst zusammengekommen sind. 

Um das Wortspiel „be-HÜTE-t“ zu illustrieren, haben die beiden Religionslehrer eine große Auswahl an Hüten, Kappen und Mützen zusammengetragen und sogar einen alten Feuerwehrhelm und die oben erwähnte Kippa auf dem Altar arrangiert. „Die Hüte wollen sich vorstellen“, kündigt Herr Schadt an und – das Deutsche erlaubt derlei Wort-Ungetüme – die Schuljahresschlussgottesdiensthutmodenschau im Mittelgang beginnt. Die „Mannequins“ tragen Cowboy- und Damenhut, Filz- und Strohhut, Buntes und Extravagantes über den improvisierten Laufsteg. Einige Schülerinnen und Schüler leihen den Hüte(r)n ihre Stimme. Der Strohhut sagt: „Ich bin so leicht, du spürst mich kaum.“ Der Regenhut verspricht: „Ich halte dich trocken, damit du gesund bleibst.“ Die Mütze sagt: „Ich halte dich warm“, und erzählt, sie habe schon so manchen Schneeball abgebremst. Das Basecap findet: „Verkehrt herum getragen sehe ich ziemlich cool an dir aus!“ Und der Fahrradhelm mahnt: „Du sollst mich bei jeder Fahrt tragen! Ich schütze dich! Dann kannst du entspannt den Fahrtwind genießen.“

Ein Schutz sein, Geborgenheit geben und dabei auch noch gut aussehen – das alles können die Hüte, die sich in diesem Gottesdienst gleichzeitig als „Hüter“ präsentieren.

Wenn man es bei diesem Wortspiel belassen wollte, so wäre aber an unserer Schule außer Frau Guttmann, die selten ohne Hut geht, kaum jemand „behütet“. Man muss die Metapher weiter spinnen: „In diesem Schuljahr haben mich ganz viele Leute behütet“, führt eine Schülerin den Gedanken fort. Die Klassenpatinnen und -paten werden hier erwähnt, die jedes Jahr den fünften Klassen zugeteilt werden und unseren Neulingen helfen, sich in die Schulgemeinschaft einzufinden. Da kommen die Schulsanitäterinnen und -sanitäter zur Sprache, die schnell zur Stelle sind, wenn die Durchsage kommt. Alle Anwesenden dürfen auch überlegen, ob sie selbst vielleicht in diesem Schuljahr jemanden behütet haben, für jemanden da waren, jemanden beschützt haben. Was wir im Großen von Gott erhoffen, so die christliche Lehre, können und sollen wir zumindest im Kleinen an unseren Nächsten, an unseren Mitmanschen, immer auch selbst tun. 

In den Ferien möchten alle – wohlbehütet – sich erholen und neue Kräfte sammeln: das kommt in den Fürbitten zum Ausdruck. Dabei denkt die OHG-Gemeinde auch an alle, die krank sind, und bittet um Gottes Segen auch für die, die unsere Schule verlassen.

Gunter Hartmann am Klavier und Daniel Rigg an der Gitarre verleihen auch diesen Wünschen musikalisch Nachdruck und wer Zeit hat, verweilt, bis die letzten Töne verklungen sind. 

gw/wr      07/2019 

 
   
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