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Willkommen am OHG Karlsruhe, dem Gymnasium mit Sprach-, NwT- und Sportprofil!

   

Auf der leeren Bühne des Opernhauses steht ein schwarzer Flügel vor einer riesigen Leinwand im OHG-Blau. Ein Schüler in schwarzer Anzugshose und weißem Hemd betritt die Bühne, verneigt sich, setzt sich an den Flügel. Wer ihn mit oder ohne Namen kennt, weiß: der kann das, jetzt folgt ein anspruchsvolles Klavierstück. Pling, pling, dum, dum, da, da... Happy Birthday to you... Ja, so mit einem Finger hätte ich es vielleicht auch spielen können. Alle tausend Gäste im großen Saal des Badischen Staatstheaters lachen, während der Pianist ungerührt zu Ende spielt, aufsteht, sich gänzlich ungerührt mit feierlich ernster Miene verneigt und die Bühne verlässt: Tosender Applaus.

Foto: Lili Zwirner

Mit diesem gelungen Gag eröffnete die Gala zum 50-jährigen Bestehen des Otto-Hahn-Gymnasiums. Manch einer glaubte wohl, der nächste Scherz folge auf dem Fuße, als Schulleiter Andreas Ramin die Bühne betrat – das Sacko leger über der Schulter und den linken Arm in der Schlinge. Tatsächlich scherzte er, er „sehe“ geradezu die Gedankenblasen, aber die Schlinge sei echt. Ja, beantwortete er all die ungestellten Fragen, es sei bei den Proben zur Gala passiert. Ja, das Schlüsselbein sei gebrochen. Ja, er sollte eine Sportart betreiben, die altersgemäß sei. Nein, er habe es nicht gemacht, um keine Krawatte tragen zu müssen... da hat auch er die Lacher auf seiner Seite mit seinem sehr lustigen aber leider hart erkauften Intro.

Bevor die Umbau-Crew des Theaters die Bühne für den ersten Tanz-Act gänzlich räumt, tritt Julian Schwenk noch einmal auf und spielt nun tatsächlich ein Stück, wie es nur noch wenige können: „Salsa Creek“ von Michael Schütz.

Der Hintergrund wechselt zu Pink und die Bühne betritt die „Co-Moderatorin“ für diesen Abend, unsere ehemalige Schülerin Leah Grießer, Karlsruhes Sportlerin des Jahres 2019. Aus dem Mund der jungen Frau klingt das Lob, das OHG sei „trendy“, ganz besonders schmeichelhaft und die Hip Hop Gruppe liefert den Beweis. Die beiden jüngsten Tänzerinnen waren gerade am Tag zuvor noch bei der WM. Bereits jetzt herrschte gute Stimmung im großen Haus und das Publikum klatschte fleißig mit. Amüsant blieb es, als das Moderatoren-Duo die Schulpräsidentin des Regierungspräsidiums Karlsruhe Anja Bauer und den Sportbürgermeister Martin Lenz auf die Bühne holten und fragten, mit wem sie denn gerne eine „Limo“ trinken gehen würden. Frau Bauer mochte sich zwischen den ihr angebotenen Gesprächspartnern (Handballnationalspieler Patrick Groetzki, Karlsruhes Ehrenbürger Heinz Fenrich und dem ehemaligen Schulleiter Peter Speckert) nicht entscheiden. Sie konterte, sie nehme alle drei. Bürgermeister Lenz lobte, nach Erwartungen an uns als Schule gefragt, das OHG besonders für sein Engagement im Bereich „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Laut Statistik haben wir aktuell Schülerinnen und Schüler aus 40 Nationen von 4 Kontinenten und mit Lars Stindl einen prominenten Paten für dieses wichtige Prädikat.

Nicht nur trendy, sondern auch elegant zeigte sich das OHG bei der Rhythmischen Sportgymnastik mit Frontfrau Maxi Bachmayer. Wenn man sie zauberhaft mit dem Band durch den Saal schweben sieht, weiß man, wie sie auf Platz 9 der Deutschen Meisterschaft in dieser Disziplin gelandet ist. Eleganz verbunden mit Technik und Kraft führt zu der Sportart, die Herrn Ramin die Krawatte gekostet hat: Judo. Die Frühtrainingsgruppe, also die Judoka, die so gut sind, dass ihnen zum Training Unterricht erlassen wird, zeigen spektakuläre Sprünge und Würfe von beeindruckender Akrobatik, immer fair mit einer Verbeugung und achtsam den Partner haltend.

Foto: Lili Zwirner

Wir am OHG sind nicht nur trendy, elegant und kraftvoll, wir hatten auch 25 Jahre lang eine vorwiegend musikalische Ausrichtung und unter dem ersten Schulleiter, Herrn Posselt sogar noch ein eigenes Orchester. Erst unter dessen Nachfolger, Herrn Speckert, der am Gala-Abend anwesend ist, etablierte Werner Weichselmann das Sport-Profil. War das Gymnasium in den Anfangsjahren auf 8 Standorte verteilt und musste zwischenzeitlich mit sinkenden Schülerzahlen kämpfen, so zieht das Sport-Profil seit Mitte der 90er Jahre einen steten Strom angehender Athletinnen und Athleten aus ganz Deutschland nach Karlsruhe. So zum Beispiel Niklas Schuch aus Chemnitz, Torwart beim KSC, und die Judoka Jadzia Münch aus Villingen-Schwenningen, die neben sieben weiteren Athleten im Karlsruher Sportinternat, maßgeblich gefördert von Familie Steiner, untergekommen ist.

Das OHG, das ist aber auch da, wo beständig gebaut wird. Erst das eigene Gebäude im Eichbäumle 1, dann der offene Ganztagsbereich mit Mensa, Schülerbibliothek, Oberstufen- und Kraftraum, vor kurzem die Naturwissenschaften und aktuell läuft die groß angelegte Brandschutzsanierung. Damit der Rubel rollt und der Betonmischer sich dreht, braucht es die Unterstützung von Land und Kommune. Diese sind an diesem Abend vertreten durch die Staatssekretärin des Finanzministeriums Dr. Gisela Splett sowie viele Gemeinderätinnen und Gemeinderäte.

So wenig wie im Unterricht zählt an unserer Schule im Sport die Leistung alleine. Die Verleihung des ersten Fairnesspreises im Rahmen der Feierlichkeiten zu „50 Jahre 50 Orte – 50 Jahre Jugend trainiert für Olympia“ ist ein weiterer Meilenstein der Schulentwicklung, auf den an diesem Abend zurückgeblickt wird. Doch das Sportgymnasium kann nicht nur Sport: in vier Sprachen laufen mehr oder weniger regelmäßig Austauschprogramme. Mit Spanien, Frankreich, aktuell mit Litchfield in den USA (weshalb Frau Schneider und Frau Löffler mit 20 Schülern leider die Gala verpasst haben) und seit 20 Jahren mit Vicenza in Italien. Die Italienischen Gäste saßen mit der „Frau der ersten Stunde“ Franca Milan auf der Empore und waren die ersten, die bei Toni Mogens Auftritt die „Feuerzeuge“ (also aus Brandschutzgründen die Handytaschenlampen) zückten.

Aber so trendy wir auch sein mögen, wir können auch „klassisch“ und bei allem Sport und ohne Orchester gibt es immer noch Musik am OHG. Verschmitzt gesteht Leah, sie habe sich als Schülerin immer gefragt, was Lehrerinnen und Lehrer so privat machten und ob die auch Freunde hätten. Offenbar, denn das klassische Stück von Felix Mendelssohn Bartholdy präsentieren unsere vier Lehrer-Kolleginnen und -Kollegen aus dem Vokalensemble in großer, 12-köpfiger Runde als „Teachers and Friends“.

Das Gastgeschenk des Badischen Staatstheaters waren zwei Ballettstücke, eins klassisch im Kostüm, ein Pas de deux aus dem aktuellen Stück „Raymonda“, eins modern, in Flatterhosen und Oberkörper frei, selbst getanzt vom jungen belgischen Nachwuchs-Choreografen Emiel Vandenberghe mit Louiz Rodrigues als Partner, zu Musik, die am nächsten Samstag in Karlsruhes Discotheken laufen könnte. Auch wer sonst nicht dafür brennt, war sich im Nachhinein einig, dass Ballett auf diese Art toll ist.

Während Eltern, Schüler, Lehrer, Ehemalige und Gäste in der Pause draußen die Gelegenheit zum Austausch über die vielen im wahrsten Sinne des Wortes bunten Eindrücke nutzten, baute drinnen die Bühnencrew eine LKW-Ladung voller Geräte auf. Nach dem Gong füllten Hürden, ein „Schwimmbecken“, eine Tischtennisplatte, ein Basketballkorb, Matten aller Arten, ein Kanu-Ergometer und ein ganzes Kajak die Bühne fast vollständig aus. Während die letzten Gala-Gäste ihre Plätze einnahmen, ließ Maxi ihr pinkfarbenes Band wieder durch die Gänge flattern, gefolgt von Basketbälle werfenden Basketballern. Während auf der Bühne (bis auf Synchronschwimmen) gefühlt alle am OHG vertretenen Sportarten gleichzeitig durchgeführt wurden, stellten Leah und Herr Ramin einige der bisher erfolgreichsten Sportlerinnen und Sportler noch einmal vor wie zum Beispiel die Handballerin Jule Haupt, die beim Schulfest gegen die Männer-Mannschaft der SG Nußloch ein inzwischen legendäres Tor erzielte, Marie Streichsbier, die sonst nicht über Hürden, sondern über die Latte springt, auch wenn sie bei 1,73m liegt, oder Giulia Goerigk, die Deutsche Meisterin über 400m Lagen der Frauen ist.

Foto: Lili Zwirner

Nach Interviews mit der frischgebackenen Fußball-Nationalspielerin Tabea Waßmuth, Handballnationalspieler Patrick Groetzki und Bronzemedaillengewinner (Olympischen Spiele in Peking 2008) im Vierer-Kajak Björn Goldschmidt bringt die Tanz-AG „Schwung in die Bude“. Getoppt werden sie von einem Profi-Lateintanzpaar, den Baden-Württembergischen Vizemeistern Eveline Ischenko (6b) und Philipp Morlang (9a), die so gut sind, dass nur noch Peter Rupp, einer der Trainer der Tanz AG, mit seiner Partnerin Joana Wagner eins draufsetzen konnte.

Zum großen Finale traten die Turnerinnen und Turner der Kunstturn Region Karlsruhe auf. Als wären die einzelnen Übungen nicht atemberaubend genug, waren sie zu großen kunstvollen Figuren arrangiert. Wer es nicht wusste: man kann auch kopfüber unter dem Schwebebalken hängend posieren.

Als zum Abschluss der bunten, unterhaltsamen, abwechslungsreichen und in jeder Hinsicht kurzweiligen Gala Frauen- und Publikumsliebling Toni noch einmal seinen „Abi-Song“ mit dem Text „Ich bin raus, ich bin raus: nie mehr Funktionswert...“ anstimmte, musste er nicht zwei Mal fragen, bis alle brandschutztauglichen Feuerzeugersatz-Handytaschenlampen wieder an waren.

Das OHG sagt Danke: dem Badischen Staatstheater, insbesondere dem Generalintendanten Herrn Peter Spuhler, der uns die wunderbare Location zur Verfügung gestellt hat, vor allem aber auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Theaters, die uns so großartig unterstützt haben, allen Beteiligten vor und hinter der Bühne, dem Team der KRK sowie dem Vorbereitungsteam aus Kolleginnen und Kollegen des OHG.

gw     10/2019                     Fotos: Lilli Zwirner

 
 
 
 
   
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