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Nach Kimberley Schenk, Lea Grießer, Pauline Tratz, Pia Sarnes und Emma Höfele wurde im Jahr 2019 zum ersten Mal ein junger Mann „Eliteschüler des Jahres“: Tim Bechtold.

Wenn man ihn googelt, strahlt einen der 17-jährige im weiß-grünen Sportdress mit dem geschulterten Paddel an. Auf der Seite der Rheinbrüder ist er in voller Fahrt im Kanu zu bewundern, mit einer langen Liste seiner sportlichen Erfolge. Zum Eliteschüler macht ihn vor allem der gleichzeitige schulische Erfolg, den Schulleiter Andreas Ramin in seiner Ansprache an diesem Tag noch einmal genauer auf's Korn nimmt. „Schulischer Erfolg“, erklärt er, „das ist nicht gleichbedeutend mit guten Noten. Das heißt, dass man sich anstrengt, sich kümmert und angebotene Unterstützung annimmt“. Was Tim gelingt. Die Vorbildrolle, die ihm als Sportler und nun als Eliteschüler noch verstärkt zukommt, hat er längst angenommen. Er übernimmt Verantwortung für sich selbst, für den Körper und für die Psyche, lehnt Doping ab und spricht sich deutlich gegen Intoleranz und Hass aus.

Schulleiter Ramin weist darauf hin, dass dieses verantwortungsvolle Handeln manchmal auch bedeuten kann, den Punkt zu erkennen, an dem Schluss ist. Diese Schlussstrich gezogen hat nämlich die Turnerin Emma Höfele, die im letzten Jahr noch als die Olympiahoffnung der Stadt Karlsruhe galt, nach zu vielen Verletzungen. Bei Tims Ehrung ist sie Ehrengast und überreicht, wie es Tradition ist, ihrem Nachfolger den Blumenstrauß. Später im Gespräch zeigt sie die vom Bruch immer noch geschwollenen Finger und gesteht, dass sie manchmal die Struktur vermisst, die das Training ihrem Alltag gegeben hat. Aber sie bereut ihren Entschluss nicht, denn da gibt es auch die neu gewonnene Freiheit: „Ich habe jetzt viel mehr Zeit, mich mit Freunden zu treffen“, lächelt sie.
Tims erklärtes Ziel ist eine Teilnahme an den Olympischen Spielen, vielleicht schon 2024 in Paris. Bei den Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires 2018 hat er bereits einen 12. und einen 6. Platz errungen und er wurde in zwei Disziplinen 2. und 3. bei den „Olympic Hope Games“ 2019. Schul- und Sportbürgermeister Martin Lenz lobt seine sympathische Ausstrahlung und erklärt: „Unsere Stadt ist stolz auf dich!“ Einige Stadträte sind da, um das zu unterstreichen. Lenz hebt ebenso den Beitrag der Schulgemeinschaft hervor, die „einen tollen Job macht, bei dem der Mensch immer im Vordergrund steht.“ Trotz Doping und Kommerz würden hier immer Olympische Werte hochgehalten. Statt Blumen hat er Kinokarten als Geschenk besorgt, bei denen sein Wortspiel dann besonders passt: „Was du machst, ist ganz großes Kino“.
Die eigentliche Ehrung übernimmt der Direktor der Sparkasse Karlsruhe Marc Sesemann mit der Überreichung der Urkunde und gesteht: „Jedes Mal, wenn ich hier rausgehe, denke ich: 'Man muss mal wieder'n biss'l Sport machen!' – Aber dann muss ich wieder zu einer Veranstaltung... Jetzt habe ich Corona-bedingt fast keine Veranstaltungen mehr – jetzt könnte ich heute Abend tatsächlich Sport machen.“ Auch in diesem Jahr hat er einen Scheck über 7000,- Euro mitgebracht, von dem neben vielem anderen Fahrtkosten, Übernachtungen und zusätzliche Unterrichtsstunden für die Top-Athleten der Schule finanziert werden.
Nachdem Schulleiter Ramin sich auch noch beim Trainerteam und Tims Eltern bedankt hat, ist immer noch ein Blumenstrauß übrig – der geht an diesem Jahr an die Geschäftsführerin der Jugendstiftung der Sparkasse Gisela von Renteln, die sich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Dieser Abschied so wie Emmas mutige Entscheidung, vor allem aber natürlich Tims Ehrung konnten im Anschluss bei Apfelschorle und Brezeln noch lange Gesprächsthema sein: die Obergrenze für Veranstaltungen lag am 5.3. noch bei 1000 Leuten.

S. Guttmann      04/2020

   
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