Am Montag, den 21.09.2015 sind wir nach Krasnodar zu unseren Gastfamilien geflogen. Krasnodar ist eine beeindruckend große Stadt im Südwesten Russlands. Sie ist mit knapp 800000 Einwohnern viel größer als Karlsruhe.

Als wir ankamen wurden wir von unseren Gasfamilien herzlich begrüßt und aufgenommen.

Schon am darauffolgenden Tag wurden wir im Rathaus von der Sozialbürgermeisterin Frau Sijuganova feierlich begrüßt und erhielten ein Willkommensgeschenk. Dabei wurden wir für die Nachrichten von Krasnodar gefilmt und interviewt.

Dr. Sergey Bychkow, Dozent der European Business School an der Staatlichen Kuban-Universität, führte uns durch die Stadt.

Am Mittwoch ging es früh am Morgen mit dem Zug nach Sotschi. Nach einer langen Zugfahrt (etwa 4,5Std.), bei der man Sicherheits- und Passkontrollen durchlaufen musste, stiegen wir in Sotschi nach Rosa Khutor, einem Ort in den Bergen des Kaukasus um. Wir waren in dem schönen 4****-Mercure-Hotel untergebracht und am Nachmittag mit der Gondel auf einen 2600m hohen Berg im Kaukasischen Gebirge gefahren. Bei tollem, klaren Wetter und warmen Temperaturen haben wir die phantastische Aussicht und würzige Bergluft genossen.

Es gibt dort die olympischen Dörfer, in denen die Sportler während der Winterolympiade 2014 untergebracht waren. Alle Gebäude und Hotels wurden speziell für die Winterolympiade errichtet, ebenso wie die Skilifte und Wintersportgebiete. Jetzt soll durch günstige Übernachtungspreise und reizvolle Inklusivleistungen wie Gondelfahrten, Besuch des angelegten erfrischenden Bergsees, freie Busfahrten zum Schwarzen Meer, Liegen- und Handtuchservice am Strand der Sommertourismus angekurbelt werden, ähnlich wie man dies vom Schwarzwald kennt.

Zurück im Hotel konnte man sich Fahrräder leihen und damit durch die Stadt fahren. Am Abend hatten wir einen Besuch in einem Aquapark geplant, was aber leider nicht geklappt hat.

Stattdessen sind alle Schülerinnen und Schüler zusammen zu McDonalds essen gegangen und haben später im Hotel „Wahrheit oder Pflicht“ gespielt. Der Abend war sehr lustig.

Von Rosa Khutor ist es nicht weit zum Schwarzen Meer. Mit dem Bus wurden wir zu einem Kiesstrand mit warmem und klarem Wasser gebracht. Vom Strand aus und schon während der Zugfahrt konnten wir Delphine beobachten.

Wir genossen die Sonne und gute Atmosphäre am Strand. Auf dem Weg zum Bahnhof liefen wir durch den olympischen Park mit seinen futuristischen Sportanlagen und konnten die Vorbereitungen für das kommende Formel -1- Rennen sehen.

Beinahe die komplette Freizeit verbrachten wir deutsche und russische Austauschschüler zusammen. Oft gingen wir auf der Hauptstraße, der Uliza Krasnaja, der schönen Straße, spazieren oder besuchten eines der vielen großen Einkaufszentren. Das Besondere an der Hauptstraße Krasnaja ist, dass sie sehr schön, sauber und sehr lang ist. Abends wird sie von bunten Lichterkreisen beleuchtet und aus Lautsprechern ertönt moderne Musik. Am Wochenende ist sie für den gesamten Autoverkehr gesperrt und die Krasnodaer flanieren in schicken Kleidern und hohen Schuhen entlang. Fahrradfahrer und Skateboardfahrer sind unterwegs und überall gibt es Straßenmusik und –theater. Ein langer, schön angelegter Grünstreifen führt durch den „Triumphbogen“ bis zu einer Springbrunnenanlage. Entlang der Straße sind viele historische Gebäude, aber auch Gebäude aus der sozialistischen Zeit mit Mosaiken und Bronzeskulpturen zu sehen.

Viele Plätze zeichnen sich durch große Springbrunnen aus, die Lichtspiele zeigen.

Die etwas außerhalb liegenden Einkaufszentren von Krasnodar kann man sich wie ein größeres „Ettlinger Tor“ vorstellen. In diesen Einkaufszentren gibt es Gelegenheiten zum Essen, unter anderem McDonalds, Burger King und KFC. Man kann dort Kleidung kaufen in den zahlreichen Geschäften und außerdem hat jedes Zentrum ein großes Kino und andere Freizeitangebote wie Bowling, Billiard oder LaserTech.

Manche Gastfamilien leben in schönen Häusern. Es gibt ein Gästezimmer und die Einrichtung unterscheidet sich nicht wesentlich von der in deutschen Wohnungen. An den Wänden kann man russische Wappen sehen. Manchmal ist ein Garten vorhanden, in dem auch Gemüse angebaut wird.

Mit den Gasfamilien waren wir am Wochenende zu verschiedenen Zielen in der Umgebung unterwegs; manchmal haben wir die ganze Verwandtschaft kennengelernt und bis nachts um 2:00h miteinander geredet, Spaß gehabt und viel Tee getrunken. Die Sitte des Teetrinkens ist in Russland viel weiter verbreitet als bei uns.

Das Essen ist lecker, es gibt öfters Fleisch; Brot und Brötchen zum Frühstück sind weitestgehend unbekannt. In den Restaurants ist das Essen und vor allem die Getränke viel günstiger als bei uns. Es gibt neben den bekannten Softdrinks eine große Auswahl an antialkoholischen Getränken wie Mors (Beerensäfte), Kompott (Saft von eingelegten Früchten), frisch gepresste Frucht- und Gemüsesäfte sowie viele verschiedene Teesorten.

Das öffentliche Nahverkehrssystem ist vielfältig. Es gibt alte, mit Gasflaschen auf dem Dach, betriebene Busse, Trambahnen und unterschiedlich moderne Straßenbahnen. Oft sind sie überfüllt, selten fahren sie nach Fahrplan. Trotzdem sind sie eine gute Alternative zu privaten PKW, da die Straßen ziemlich überfüllt sind,

Viele große moderne Autos, die sehr schnell und bestimmt nicht verkehrsgerecht fahren prägen das Bild der Stadt.

Dies ist ein Ausschnitt unserer vielfältigen Eindrücke. Wir fanden den Austausch super und danken auch dem Förderverein für seine Unterstützung.

Diese gemeinschaftliche Zusammenfassung der Erfahrungen und Erlebnisse während des Russland-Austauschs wurden im Flugzeug von Krasnodar nach Wien von Xenia Frohloff, Nicole Morlang, Viola Steierwald, Nathalie Wieland, David Becker, Daniel Wilhelm, Steffen Göltz und den begleitenden Lehrerinnen Irina Gier und Annette Spies verfasst.

   
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