Am 11. Oktober 2007 ging sie endlich los – unsere Reise in die USA. Natürlich war die Vorfreude auf die Reise über den Großen Teich riesig. Insgesamt 20 Schüler aus den jetzigen 11. und 12. Klassen waren dabei. Früh morgens trafen wir uns auf dem Parkplatz unserer Schule und gegen 7 Uhr kam dann auch der Bus, in dem schon die Gruppe des Ludwig-Marum-Gymnasiums Berghausen saß, denn auch sie haben eine Partnerschule in Minnesota. Die ehemalige OHG-Lehrerin Frau Cooke leitete diese Gruppe und daher lag es nahe, dass wir zusammen mit ihnen zum Flughafen fahren und vor allem die 3 Tage in New York verbringen sollten. Nachdem man sich von seinen Eltern verabschiedet hatte, waren alle etwas nervös und stellten sich natürlich auch Fragen, wie zum Beispiel ihre Gastfamilie sein würde oder wie das Schulleben dort sein sollte.

In Frankfurt angekommen checkten wir ein und nun ging es ins Flugzeug, in dem man nun die nächsten 6 Stunden sitzen würde. Stressig wurde es dann in Newark (New Jersey, in der Nähe von New York), weil wir mit Verspätung ankamen und unser Anschlussflug nach Minneapolis schon in etwa 45 Minuten gehen sollte. Und zu alledem mussten wir dann auch noch komplett neu einchecken, d.h. wir mussten auch unser Gepäck abholen und dann durch die ganzen Kontrollen, die bekannterweise ja sehr lange dauern, gehen. Schließlich erreichten wir unseren Anschlussflug noch. In Minneapolis angekommen, empfing uns auch schon eine kleine Delegation aus Litchfield. In einem typischen amerikanischen Schulbus ging es dann auf die etwa zweistündige Fahrt nach Litchfield. Litchfield liegt etwa 60 Meilen westlich von den „Twin Cities“ Minneapolis und St. Paul. Es leben dort etwa 6500 Einwohner.

An der Litchfield High School angekommen, wurden wir in der Cafeteria auch schon von unseren Austauschpartnern und deren Familie empfangen. Da wir alle ziemlich müde waren, ging es dann gleich nach Hause. Einige legten aber noch einen kleinen Zwischenstopp bei McDonalds ein, da die Reise ja natürlich hungrig machte.

Zu Hause angekommen lernte man sich erst mal richtig kennen und verteilte schon die ersten Gastgeschenke, wie zum Beispiel Schokolade oder kleine Souvenirs aus Karlsruhe. Dann ging’s endlich ins Bett.

Am nächsten Morgen trafen wir uns dann gegen 8Uhr in der Schule. Dort klärten wir erst mal einige Dinge und anschließend folgten wir unseren Partner in den Unterricht. Dabei bemerkten wir erste Unterschiede zu deutschen Schulen. Zum Beispiel hat in Amerika der Lehrer sein eigenes Zimmer und die Schüler müssen zu ihm in den Unterricht kommen. Aber am meisten erstaunte viele die Tatsache, dass es ein Schwimmbad in der Schule gibt. Außerdem gab es dort auch ein großes Theater, eine Mensa, eine große Sporthalle und viele andere Sportanlagen, wie Tennisplätze, Footballplatz oder Baseballplatz. In den folgenden Tagen unternahmen wir dann einige Ausflüge und in der Schule führten wir unsere in Deutschland bereits gefertigten Präsentationen über verschiedene Themen wie Schule, Sport, Karlsruhe, Musik etc. vor. Außerdem trafen wir uns oft eigenständig nach der Schule und fuhren mit unseren Partnern zum Beispiel nach St. Cloud (nächste größere Stadt) zum Shoppen, kochten zusammen oder machten andere Dinge zusammen. Besonders beliebt bei uns waren die abendlichen Footballspiele der High School Mannschaft, in der auch einige Austauschpartner mitspielten. Da sich einige von uns mit den Regeln bereits auskannten, waren die größten Unklarheiten dann schnell geklärt. Sehr erstaunt waren wir über den großen Zuschauerzuspruch sowohl bei den Football- als auch bei den Volleyballspielen, bei denen ca. 300 bis 500 Leute zuschauten.

Eine Woche nach unserem Eintreffen ging es dann für zwei Tage nach Duluth. Duluth liegt direkt am Lake Superior, dem größten Süßwasser-reservoir der Welt. Dort besichtigten wir zuerst die Gooseberry Waterfalls und einen Leuchtturm, bei dem wir gleich mal das raue Wetter kennen lernten. Da direkt neben unserem Hotel in Duluth ein Spaßbad war, gingen wir da anschließend direkt rein und tobten uns aus. Am nächsten Tag machten wir dann noch eine Hafenrundfahrt und konnten Duluth in Dreiergruppen selbst erkunden.

Das Wochenende verbrachten wir dann mit unseren Gastfamilien, bei denen wir alle unterschiedliche Dinge unternahmen. Einige fuhren zu den Großeltern, die zwei bis vier Stunden Autofahrt entfernt wohnten, andere gingen auf einem der vielen Seen Boot fahren und andere gingen auf die Jagd nach Tontauben.

Schließlich folgte ein weiteres Highlight unseres Aufenthaltes. Wir fuhren für einen Tag nach St. Paul und Minneapolis. Dort besichtigten wir zunächst das State Capitol in St. Paul und gingen ans Ufer des Mississippi und natürlich gingen wir auch zur MoA, der Mall of America, einer riesigen Shopping-Mall, die unsere Vorstellungskräfte sprengte. Diese Mall ist etwa 10 mal so groß wie das ECE-Center und beherbergt einen Freizeitpark mitten in der Mall, mehrere Kinos, ein Aquarium und ein Dino-Museum und dazu noch mehr als 500 Geschäfte. Dort gingen wir natürlich kräftig auf Shoppingtour, zumal der Dollarkurs günstig für uns stand.

Die nächsten Tage verbrachten wir morgens wieder in der Schule, in der wir nun in von uns selbst gewählte Kurse gehen konnten. Dabei nutzen wir die Chance und gingen in Kurse wie Sport, Kochen, Zeichnen, Biologie, Chemie, Mathe oder Video Production.

Nachmittags unternahmen wir Ausflüge zu einer Fabrik, die Skulpturen herstellt, oder machten eine kleine Pause in Nicolas, einem kleinen Cafe in Downtown Litchfield, das vor allem bei Herrn Löffler sehr beliebt ist. Außerdem durfte eine kleine Gruppe von uns zu einem lokalen Radiosender. Dort wurden wir interviewt und live ausgestrahlt. Man stellte uns typische Fragen, wie es uns hier gefällt und wie wir uns das Leben hier so vorgestellt haben. Ein weiteres Highlight, besonders für die Jungs, war dann das Footballtraining. Dabei konnten wir sogar die richtige Schutzmontur anlegen und uns die Bälle zuwerfen. Man konnte sogar endlich mal Herrn Löffler zu Boden tacklen ohne irgendwelche Strafen befürchten zu müssen. Natürlich überlebte jeder das Training…selbstverständlich auch Herr Löffler.

Am letzten Wochenende ging es dann noch zur Forest City Stockade, einem kleinen Freiluftmuseum, das mit nachgebauten Häusern die Lebensweise Mitte des 19. Jahrhunderts zeigt.

Und dann kam auch schon der Tag der Farewell Party näher und die Gewissheit, dass die drei Wochen schon vorbei sind. Bei der Party am Abend in der Cafeteria der Mensa brachte jede Familie etwas zu essen mit und wir schauten uns gemeinsam die Bilder der vergangenen Tage an. Danach gingen die meisten nach Hause und packten ihre Koffer, andere gingen aber auch noch zur letzten Pokerrunde und genossen den letzten Abend noch mal mit ihren amerikanischen Freunden.

Die Nacht war dann schon früh vorbei, und wir trafen uns gegen 6Uhr an der Schule.

Nach ausgiebigem Verabschieden und einigen Tränen ging’s dann mit dem Schulbus zum Flughafen. Im Bus herrschte natürlich eine eher gedrückte Stimmung, aber langsam kam dann auch die Vorfreude auf New York zum Vorschein. Am Flughafen in Minneapolis trafen wir uns dann wieder mit der Gruppe aus Berghausen. Im Anflug auf New York stieg dann immer mehr die Freude, besonders als man zum ersten Mal die riesigen Wolkenkratzer von Manhattan aus dem Flugzeug sah. In Newark angekommen, hieß es erst mal warten, denn unser Bustransfer zum Hotel kam nicht pünktlich.

Im Hotel bezogen wir erst mal unsere Zimmer und abends gingen wir dann gleich auf das Dach des Empire State Buildings. Dort erlebten wir ein atemberaubendes Gefühl als sich uns der einzigartige Blick auf Manhattan bei Nacht bot. Am nächsten Tag ging es dann zur Freiheitsstatue nach Liberty Island und nach Ellis Island. Danach liefen wir zur Börse in der Wall Street und gingen auch beim Rockefeller Centre vorbei. Anschließend konnten wir wieder in Dreiergruppen die 5th Avenue entlang laufen und ausgiebig Shoppen gehen.

Abends besuchten wir dann noch den Times Square. Dort bot sich uns ein wahnsinniges Schauspiel der unzähligen hell beleuchteten Werbebanden und Leinwände. Außerdem gingen wir dann natürlich ins Hard Rock Cafe oder in den riesigen „Toys“R“Us“, in dem es sogar ein Riesenrad gibt. Als wir dann im Hotel ankamen, beschlossen wir noch zum Ground Zero zu gehen, auf dem mittlerweile der Freedom Tower im Bau ist.

Am nächsten Morgen ging es zu den Vereinten Nationen, bei denen wir eine Führung machten und auch die verschiedenen Säle, wie zum Beispiel den des UN-Sicherheitsrats besichtigen konnten. Danach fuhren wir mit der U-Bahn zur Grand Central Station und anschließend in den Central Park, wo wir uns etwas ausruhten. Überraschenderweise konnten wir dort dann auch noch einen Videodreh von Lenny Kravitz beobachten.

Abends gingen wir dann nach Chinatown und Little Italy, wo wir etwas aßen, bevor wir dann zur Halloween Parade gingen.

Am letzten Tag unseres New York Aufenthaltes liefen wir dann noch zur Brooklyn Bridge und anschließend teilten wir uns in verschiedene Gruppen auf. Die einen gingen zum Ed Hardy Store im Hafenviertel, die anderen ins MOMA.

Abends fuhren wir dann wieder mit dem Bus zum Flughafen nach Newark und flogen dann wieder zurück nach Frankfurt. Zuerst fuhren wir dann zum Ludwig-Marum-Gymnasium nach Berghausen und danach zum OHG. Dort erwarteten uns schon unsere Eltern und einige Freunde. Dann freuten wir uns auf den Gegenbesuch unserer Austauschpartner im Juni 2008.

Zum Abschluss können wir sagen, dass es ein einzigartiges, schönes, lehrreiches und tolles Erlebnis war, das wir unser ganzes Leben lang nicht vergessen werden.

Besonderer Dank gilt unseren beiden Begleitpersonen Frau Schneider (Fraaaau) und Herrn Löffler, die sich wirklich toll um uns gekümmert haben und dabei auch immer mit Spaß bei der Sache waren.

Sean Yves Schröpfer, 11a

   
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