Evangelische und katholische Religionslehre, salopp und wohlwollend von unseren Schülerinnen und Schülern auch "Reli" genannt, sind fest verankerte Bestandteile des Bildungsplans an Gymnasien.

"Religionsunterricht erschließt die religiöse Dimension des Menschseins“ heißt es dort:. Das bedeutet unter anderem:

  • Er macht Schülerinnen und Schüler mit ihrer eigenen Religion und Konfession vertraut, begleitet junge Menschen auf der Suche nach dem eigenen Lebenssinn und unterstützt sie ihre Identität zu finden. Dazu gehört auch die Beschäftigung mit menschlichen Grunderfahrungen wie Angenommensein, Vertrauen, Freundschaft und Liebe, Vertrauen und Hoffnung aber auch Versagen und Schuld, Leid, Enttäuschung, Angst, Not und Tod.
  • Er thematisiert Religion als prägenden Bestandteil unserer Gesellschaft und Geschichte. Schülerinnen und Schüler lernen, die Vielfalt unseres Daseins theologisch zu reflektieren .
  • Er trägt dazu bei, anderen Religionen und Kulturen achtsam zu begegnen, Im Religionsunterricht lernen die Schülerinnen und Schüler im Laufe ihres Schullebens alle großen Weltreligionen kennen. Seien es Judentum, Islam, Hinduismus/Buddhismus, es geht darum, ein Verständnis zu entwickeln für die grundlegenden Überzeugungen der jeweiligen Religionen, um Reflexion im Blick auf die eigenen Traditionen und um die religiöse Dialogfähigkeit. Damit leistet der Religionsunterricht einen Beitrag zur religiösen Toleranz.
  • Er ermutigt zu einem ethisch verantwortungsvollen, solidarischen Handeln.

Darüber hinaus wirkt der Religionsunterricht mit, Schule als Erfahrungs- und Lebensraum für alle zu gestalten. Dies geschieht insbesondere durch die Feier von Schulgottesdiensten.

„Echt stark!“

So lautete das Motto des ökumenischen Schulgottesdienstes zum Ende des Schuljahres 2008/09.

Zweimal im Jahr, am Schuljahresende sowie vor Weihnachten, feiern die Schülerinnen und Schüler des OHG einen ökumenischen (gemeinsamen) Gottesdienst abwechselnd in der evangelischen und der katholischen Kirche in der Waldstadt.

Kennzeichen der OHG-Schulgottesdienste:

  • Ein wechselndes Gottesdienst – Motto, das versucht ein Thema, das „in der Luft liegt“ aufzunehmen. Z. B. "Time out – Auszeit" (Schuljahresende), "Hoffnungslichter des Friedens...?" "Die Botschaft der Engel", "Happy Birthday, Jesus" (Weihnachten).
  • Ein ökumenisches Religionslehrer/innen-Team plant, koordiniert und leitet unter Miteinbeziehung von Schülerinnen und Schülern den Gottesdienst.
  • 20 bis 30 Schülerinnen und Schüler, sind meist beim Gottesdienst aktiv: sie bereiten vor und gestalten mit durch szenische (An-)Spiele, Vortragen von Meditationstexten, Sprechen von Gebeten und Fürbitten.
  • Eine Lehrerband, der Eltern-Lehrer-Schüler-Chor sowie ein spontan gegründeter Chor der JgSt 12 (jetzt 13) sorgen für die musikalische Gestaltung und Begleitung des Gesangs neuer geistiger Lieder.

Den Schul-Alltag unterbrechen, besondere Zeiten hervorheben, gemeinsam feiern und nachdenken in einer mit Kindern und Jugendlichen der Jahrgangsstufen 5 bis 13 sowie Lehrerinnen und Lehrern voll besetzten Kirche, dies stellt eine besondere Erfahrung von Gemeinschaft an der Schule dar.

An Weihnachten steht im Mittelpunkt wie die Botschaft von der Geburt Christi in unserer Zeit nach wie vor Bedeutung hat. Am Schuljahresende bringen wir uns – so wie an bestimmten Stationen im Leben - mit unserer Freude über ein gemeinsames Jahr, unserem Dank für all das, was gelungen ist, mit unseren Ängsten und Sorgen ein. Wir machen uns bewusst, wo wir Gemeinschaft und Freundschaft erlebt haben, aber auch wo wir an unsere Grenzen gekommen sind.

Dass unser Glaube für uns Kraftquelle sein kann, unser Vertrauen ins Leben und unsere Mitmenschen stärkt, unserem Tun Sinn verleihen kann, das bringen wir im gemeinsamen Spiel, Gebet und Lied zum Ausdruck. So wie im Sommer 2009 mit dem Motto „Echt stark!“.

Echt stark! – Cool sein, wollen viele, das ist es, was oft zählt. Dass unter der coolen "Schale" oft ein sehr verletzlicher Kern steckt, übersehen wir manchmal oder wollen es uns nicht eingestehen. Schülerinnen und Schüler erleben im Lauf eines Schuljahres Höhen und Tiefen: in der Schule beim Lernen, in der Gruppe, in der Familie. Dass wir mit dem Gefühl des Alleinseins, der Trauer oder des Versagens, mit unseren Stärken und Schwächen nicht allein sind, das machen wir uns in der großen Gemeinschaft bewusst und spüren Antworten nach, die uns der christliche Glaube geben kann.

Ida Wagner, Heide Reinhard

   
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